Die Dünenvilla – Rezension

Die Dünenvilla – Rezension

PR Sample. Dieser Artikel beinhaltet Werbung. Fotocredit: Pixabay, Droemer Knaur, Winnieswelt

Marthaʼs Vineyard 1884: Weil ihn die langen Sandstrände und sanften Dünen an die heimische Ostsee erinnern, wählt der deutsche Arzt Friedrich Böhm die Insel vor der Ostküste der USA als Standort für sein Sanatorium. Hier will der Auswanderer seiner Familie eine neue Zukunft aufbauen. Doch Böhms Sohn Thomas hat nur widerwillig Medizin studiert, viel lieber würde er sich der aufstrebenden Psychologie zuwenden. Und seine Tochter Sophia sieht mit ihrem gelähmten Bein keine Perspektive im Leben – wozu könnte sie schon nützen, und welcher Mann sollte eine behinderte Frau lieben? Als sie sich jedoch in den Naturforscher Scott verliebt, wird ihr Mut erneut auf eine schwere Probe gestellt, denn Scott will keinesfalls auf Marthaʼs Vineyard bleiben. Sein Herz gehört dem auf immer verlorenen alten Westen der USA mit seinen riesigen Büffelherden und Schwärmen von Wandertauben, die den Himmel verdunkeln. Kann die Zukunft eine Chance haben, wenn man die Vergangenheit nicht loslassen kann?… (Quelle: Droemer-Knaur Verlag)

Die Dünenvilla - Nicole Winter

Die Dünenvilla - meine Leseentscheidung

Aufgrund meiner unbändigen Leseleidenschaft bin ich ständig auf der Suche nach neuem Lesestoff, denn von meinen Lieblingsautoren habe ich schon längst alle erschienenen Bücher durchgewälzt. Speziell junge, unerfahrene Autoren haben es mir angetan. Es ist spannend mitzuerleben wie die allererste Geschichte entsteht, sich die Charaktere formen, der Plot seine Handlung findet und wie viel Leidenschaft ein Debütroman enthält. Klar sind zumeist die ersten Werke nicht die Besten, aber Ihnen wohnt ein ganz besonderer Zauber inne – nämlich der des Anfangs. Aus genau diesem Grund habe ich mich für das Werk der jungen Autorin Nicole Winter entschieden, die mit 24 Jahren nach Kanada ausgewandert ist und nun mit Ihrer Auswanderer-Saga „Dünenvilla“ Ihren ersten Schritt in ein hoffentlich erfolgreiches Autorenleben gesetzt hat. Das Buch erschien am 04.05.2020 im Droemer-Knaur Verlag.

Die Hauptcharakter auf einen Blick

Der deutsche, verwitwete Arzt Friedrich Böhm will aufgrund eines tragischen Arztfehlers Deutschland verlassen und sich am Strand von Martha’s Vineyard eine neue Existenz mit einem Sanatorium für hysterische Frauen aufbauen. Mit im Gepäck seine drei erwachsenen Kinder. Sein Sohn Thomas hat ebenfalls Medizin studiert und soll auf Wunsch seines Vaters im Sanatorium miteinsteigen. Dieser hegt jedoch eigene Pläne und wünscht sich nichts sehnlicher als seiner Leidenschaft der Psychologie nachzugehen. Tochter Julia ist der Wirbelwind der Familie, welcher sich euphorisch in wilde Abenteuer stürzt im Gegensatz zu ihrer Zwillingschwester Sophia. Diese hat aufgrund einer Kinderlähmung ein steifes Bein und leidet aufgrund dessen an geringem Selbstwertgefühl. Als sich jedoch Scott, ein nicht sesshafter Naturforscher und Wildtaubenzüchter in die introvertierte Sophia verliebt beginnt eine abenteuerliche Liebesgeschichte mit vielen Höhen und Tiefen. Doch nicht nur ihr Leben verändert sich schlagartig, sondern zeitgleich auch, dass der anderen Familienmitglieder.

Der Plot

Die Dünenvilla spielt an der amerikanischen Ostküste und lässt einen, historische Einblicke in das Ende des 18. Jahrhunderts gewähren. Von der freien Wildnis, über traditionelle Konventionen bis hin zur Aufbruchsstimmung und des damaligen Erfindergeistes werden von der Autorin alle Klischees dieser Epoche bedient. Jedoch wird die Stimmung dieser imposanten Zeit nur oberflächlich eingefangen. Leider genau wie die Charakterzeichnungen der Auswanderungs-Saga.  Julia ist der lebhafte, turbulente und impulsive Zwilling der gerne reich heiraten und so die Welt erkunden möchte jedoch trotzdem immer wieder daran scheitert. Im Gegensatz zu ihrer Schwester Sophia die verhalten und introvertiert durchs Leben geht. Bruder Thomas hingegen wirkt innerlich zerrissen und findet sich schwer zwischen den Zukunftsplänen seines Vaters und seinen eigenen zurecht.  Nicole Winter schafft es im Plot die Dramatik der Liebe sowie den Zauber des Auswanderns authentisch darzustellen. Die Geschichte verliert sich jedoch ein wenig im Hauptteil des Buches. Bestimmte Szenerien werden des Öfteren auf unterschiedliche Art und Weise wiedergegeben. Auch an Tiefgründigkeit der einzelnen Ereignisse fehlt es manchmal. Der Schreibstil ist einfach gehalten und macht die Auswandersaga trotzdem zu einem Leseerlebnis für laue Sommerabende.

Mein persönliches Fazit

Nicole Winter konnte mit ihrem Buchdebüt „Dünenvilla“ meine anfangs sehr hohen Erwartungen leider nicht vollständig erfüllen. Die Geschichte an sich hat sehr viele Potential. Leider hat sich jedoch der rote Faden im Mittelteil etwas verloren. Die Charaktere wirken zwar authentisch, es fehlt ihnen aber an Tiefgründigkeit ebenso wie den Erzählungen selbst. Nichtsdestotrotz ist der Roman für eine leichte, unterhaltsame Strandlektüre oder für entspannte Tage auf dem Balkon perfekt geeignet. Der leichte Schreibstil macht die Auswandersage zu einem kurzweiligen Lesevergnügen.  

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