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Kostenlos ist ausverkauft!

Kostenlos ist ausverkauft!

Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr euch Tag und Nacht für eine Sache abrackert, von einem Termin zum anderen hetzt, Aufgaben so effizient und professionell wie nur möglich erledigt und schlussendlich wieder nichts dabei rumkommt? Wenn euch Unternehmen, Freunde, Verwandte oder der Chef immer mehr Sachen aufbrummen jedoch nicht bereit sind dafür ordentlich in die Tasche zu greifen? Ja? Dann seid ihr hier genau richtig. Ich erzähle euch in diesem Blogbeitrag warum bei mir „kostenlos“ gerade ausverkauft ist und wie man seinen Kopf aus der „du kannst mir doch mal einen Gefallen tun“-Schlinge zieht.

Der Auslöser der ganzen Misere

Es war ein kalter Freitagmorgen. Ich saß gerade im Zug auf den Weg zur Arbeit und loste die glücklichen Gewinner meines Instagram-Giveaways aus als mein Handy in meiner Hand vibrierte. Es ging eine Nachricht einer Agentur ein, die mich um Hilfe bezüglich eines Events bat – kostenlos natürlich. Bereitwillig schrieb ich zurück und startete so eine rege Diskussion. Als ich im Büro ankam war der Akku meines Mobiltelefons bereits zur Hälfte geleert und meine To-Do-Liste im Kopf nahm übermenschliche Ausmaße an.  Kaum war der Computer hochgefahren trudelten schon die ersten Mails ein, zu erledigende Unterlagen flogen nur so auf meinen Schreibtisch und mein privates Telefon vollführte unansehnliche Rütteltanzgymnastik auf der Arbeitsfläche vor mir. Als ich gerade dabei war Herr der Lage zu werden klingelte erneut mein Mobilfunkgerät. Da ich jetzt wieder so einigermaßen Luft bekam hob ich ab – am anderen Ende meldete sich eine Firma mit der ich ab und an zusammenarbeitete. Ich sollte ihnen noch schnell ein Statement zusammenschreiben. Gedanklich schrieb ich es auf meine Feierabend-To-Do-Liste (ja sowas habe ich tatsächlich) als die quietschige Stimme mir mitteilte, dass das Schriftstück spätestens in 30min fertig sein musste – selbstverständlich kostenlos da es ja immerhin gut fürs „Networking“ ist. „Ähm ja nee ist klar“ dachte ich mir und legte kommentarlos auf.

Als die Bombe explodierte...

Doch allen Anschein nach war das noch nicht genug. Als ich nach Feierabend mein privates E-Mail-Konto checkte, fand ich eine Nachricht eines Unternehmens in meinem Postfach. Sie fragten mich allen Ernstes ob sie mir Pressematerial ihres Produktes zusenden konnten damit ich einen kostenlosen Artikel auf meinem neuen Blog publizierte ohne Gegenleistung (nicht mal ein PR-Sample sollte dabei rausspringen). Dies brachte das Fass endgültig zum Überlaufen. Wütend stellte ich mir die Frage, warum anscheinend jeder dachte, dass meine Dienstleistung nichts wert sei. Zumal diese Tätigkeiten nicht nur einen Arbeitsaufwand darstellten, sondern auch meine Zeit in Anspruch nahmen. Je länger ich darüber nachdachte desto mehr geriet ich in Rage. Als ich gerade dabei war außer mir vor Zorn wild in die Tasten hämmernd eine gesalzene Antwort an das Start-up zu schreiben viel es mir wie Schuppen von den Augen: das Problem waren nicht sie – das Problem war ich selbst.

Kostenlos wird aus dem Sortiment genommen

Ich hatte bis zu eben jenen Zeitpunkt nie für eine Entlohnung meiner Leistungen und Beratungen eingestanden. Ich war stets daran bemüht jeden behilflich zu sein, mit dem festen Irrglauben, dass man mir dies hoch anrechnen und irgendwann vergüten würde. Vollkommener Quatsch, wenn man das im Nachhinein betrachtet. Denn wenn ich meine Dienste selbst nicht monetär bewerte, wird dies auch kein anderer tun. Ganz einfach. Sie wären ja auch ganz schön blöd. Immerhin möchten sie für Ihr Unternehmen oder für sich als Person das Beste herausschlagen. „Sei dir selbst der Nächste“ ist nicht umsonst in aller Munde. Somit beschloss ich ein für alle Mal, dass mein Arbeitsaufwand nicht umsonst ist und verbannte das Wort „kostenlos“ gänzlich aus meinem Wortschatz. Und das solltest du auch tun!

Wertsteigerung steht hoch im Kurs

Zuerst erfasste und analysierte ich systematisch meine Leistungen. Ich ermittelte den Zeitaufwand pro Dienstleistung und setzte mir Richtlinien für die Vergütung fest. Da ich noch ganz am Anfang stand, beschloss ich für einige Arbeiten nur geringe Geldbeträge festzusetzen. Diese dienten mehr als symbolischer Wert für meine Mühe als mich selbst damit zu bereichern. Ich recherchierte im Internet welchen Stundensatz eine professionelle Agentur für die gleiche Arbeit verlangen würde und notierte mir dies als Notiz.  Somit war ich für zukünftige Verhandlungen bestens gewappnet. Darüber hinaus beschloss ich zukünftig auch andere für ihre Hilfestellung zu entlohnen. Durch meine berufliche Laufbahn hatte ich mir ein großes Netzwerk aufgebaut. Es war an der Zeit meinen Kontakten dieselbe Behandlung wie mir selbst zukommen zu lassen.




Solltest du Schwierigkeiten bei dieser Umsetzung haben empfehle ich dir meinen Artikel „Mit welchen Softskills du deinen Erfolg ankurbelst!“

Kannst du mir mal einen Gefallen tun – so unter Freunden?

Ein Satz, der beinahe wöchentlich meine in Mitleidenschaft gezogenen Ohren erreicht. Egal ob Freunde, Bekannte oder Arbeitskollegen eines haben sie alle gemeinsam – sie möchten dein Knowhow kostenlos für sich nutzen. Immerhin kennt ihr euch ja. Ich gebe zu hier ist es schon schwieriger, wenn nicht nahezu unmöglich Geld für Hilfe zu verlangen. Das heißt aber nicht, dass man sein Wissen gänzlich kostenlos zur Verfügung stellen muss.  Eine Einladung auf einen Kaffee, zum Essen oder das Ausleihen eines bestimmten Buches, dass man sonst kaufen müsste sind nur einige von vielen Möglichkeiten für eine Gegenleistung. Wenn der Hilfesuchende ebenfalls über Fachwissen in einem bestimmten Bereich verfügt kann man sich das ebenfalls zu Nutze machen. Somit wird Arbeit durch Arbeit vergütet und ihr verleiht eurer Arbeit einen greifbaren Wert. Ein fairer Deal würde ich sagen – denn hier geht es nicht um eine Gewinnmaximierung oder darum Profit zu erzielen – sondern einfach darum, dass eure Leistungen und Bemühungen anderen gegenüber wertgeschätzt werden.

Und die Moral von der Geschicht…

…verscherble dein Können nicht. Und das meine ich genauso wie ich es sage bzw. schreibe. Wenn ihr über bestimmte Talente oder ein besonderes Fachwissen verfügt habt dir euch dies selbst hart erarbeitet. Ihr seid dafür auf die Universität gegangen, habt Kurse besucht, Bücher gelesen oder durch viele Praxisübungen diese Kenntnisse angeeignet. Ihr habt Schweiß, Zeit und oft auch viel Geld investiert. Somit besteht euer Knowhow aus einem bestimmten Wert, der sich aus all diesen Punkten zusammensetzt. Ihr und ich haben das Recht, dass dies auch dementsprechend honoriert wird. Lasst euch da ja nix anderes einreden!

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