Du betrachtest gerade Gegen die Diktatur der Gewinner: wie wir verlieren können, ohne Verlierer zu sein  – Rezension

Gegen die Diktatur der Gewinner: wie wir verlieren können, ohne Verlierer zu sein – Rezension

PR Sample. Dieser Artikel beinhaltet Werbung. Fotocredit: Pixabay, Droemer Knaur, Winnieswelt

Tim Leberecht, scharfsinniger Vordenker für einen neuen Humanismus in Wirtschaft und Gesellschaft, prophezeit: In Zeiten der Digitalisierung und der ständigen Optimierung müssen wir neu lernen, mit Niederlagen umzugehen. Verlieren wird sogar zur unerlässlichen Kernkompetenz. Welche Arten des Verlierens es gibt und wie wir gut damit zurechtkommen, verrät er in diesem leidenschaftlichen, gesellschaftskritischen Aufruf zu mehr Menschlichkeit.

 

Wie Sie Kunden gewinnen, wie Sie Menschen gewinnen, wie Sie im Leben gewinnen: Das Dogma vom Gewinnen-Müssen ist ungebrochen. Über das Verlieren spricht keiner – aus Angst, als Versager dazustehen. Tim Leberecht sieht darin jedoch eine große Chance: Denn nur eine Gesellschaft, in der wir verlieren können, ohne als Verlierer abgestempelt zu werden, ist eine humane Gesellschaft. Leberecht stellt die vorherrschende Winners-take-all-Mentalität infrage, geht auf verschiedene Arten des Verlierens ein und beschreibt Strategien, wie wir mit Niederlagen und Verlusten produktiv umgehen können. Sie reichen von sozialer staatlicher Fürsorge über Raum für Negativerfahrungen in der Arbeitswelt bis hin zum bewussten persönlichen Verzicht.

Eine scharfsinnige Beobachtung unserer Gesellschaft, ein radikaler Tabubruch, der die Verletzlichkeit in einer durchoptimierten Welt als Stärke begreift, und die anregende Utopie einer zutiefst menschlichen Gesellschaft der guten Verlierer (Quelle: Droemer-Knaur-Verlag).

Wie wir verlieren können ohne zu verlieren
Tim Leberecht - Gegen die Diktatur der Gewinner

Meine Leseentscheidung

Aufgrund meines Berufes bin ich ständig auf der Suche nach Büchern, die mein Bewusstsein erweitern und mich mental stärken. Ich strecke meine Fühler vor allem nach Lesestoff aus, die meine Art zu Denken und zu Handeln verändern bzw. verbessern können. Aus diesem Grund hat mich der Titel des Buches „Gegen die Diktatur der Gewinner“ neugierig gemacht. Seit ich denken kann wurde ich darauf getrimmt zu gewinnen. Und jetzt sollte ich also verlieren? Was soll denn das bitte? Ich verstand buchstäblich die Welt nicht mehr und wollte unbedingt herausfinden was hinter der Headline des Buches steckt. Erschienen ist das Sachbuch am 20.08.2020 im Droemer-Knaur Verlag.

Der Inhalt

Dieses mit Scharfsinn geschriebene Sachbuch analysiert kritisch die heutige Leistungsgesellschaft und bietet einer interessierten Leserschaft Denkanstöße zum Geschehen in der heutigen Wirtschaft und der voranschreitenden, innovativen Technologien. Angefangen von Themen wie „was macht das Gewinnen aus“, über „Digitalisierung – am Ende gewinnt die Plattform“ bis hin zu „“Uns-selbst-verlieren“ ist für jeden Denkergeschmack der richtige Impuls dabei. Der Autor Tim Leberecht hat sich zum Ziel gesetzt mit diesem Buch radikal alle Tabus zur Thematik „Verlieren“ zu brechen und räumt mit der Einstellung „nur gewinnen zählt“ rigoros auf.  

Der Autor von „Gegen die Diktatur der Gewinner“ analysiert in den ersten beiden Kapiteln die Gewinnermentalität und setzt sich mit grundlegenden Themen wie „Schreckgespenst Loser“, „die Abstiegsgesellschaft“ und die „Orange Intelligence“ auseinander. Er kritisiert das ständige gewinnen müssen in der Gesellschaft. Im 2ten Kapital erfolgt eine kritische Bestandsaufnahme des Ist-Zustandes der heutigen, technologisierten Gesellschaft sowie die negativen Auswirkungen der Gewinner-Mentalität.

Im dritten sowie im viertel Kapitel dreht sich dann alles ums Kerngebiet Verlieren. Anhand praktischer Beispiele erzählt Leberecht vorab schonungslos Geschichten vom Verlieren und gewährt Einblicke in seine ganz persönlichen Erfahrungen. Im letzten, und ausführlichsten, Teil des Buches erarbeitet der Autor Strategien für Verlierer und geht speziell auf die Gruppen Gesellschaft, Unternehmen und Individuen ein. Themen wie „feminin führen“, „das bedingungslose Grundeinkommen“, „Authentizität statt Daueroptimismus“ oder „Warum Absurdes so wichtig ist“ bieten den Leser ein breites Spektrum für Gedankenanstöße.  

Mein persönliches Fazit

Tim Leberecht hat mit seinem Buch „Gegen die Diktatur der Gewinner“ ein solides, klar verständliches Sachbuch rund um die Themengebiete Verlieren und Gewinnen erschaffen. Der Schreibstil ist flüssig, das Buch gut strukturiert und der Inhalt animiert zu einem Perspektivenwechsel. Jedoch muss man ehrlich anmerken, dass sich dieses Buch mit den elitären Sorgen der Wohlstandsgesellschaft des reichen Europas befasst. Speziell in Zeiten von COVID-19 wo viele, vor allem Menschen aus unteren Schichten, Existenzängste plagen, hinterlässt dieses Buch einen leicht bitteren Nachgeschmack. Nichtsdestotrotz hat Leberecht ab und an den Nagel auf den Kopf getroffen und bietet einer breiten Leserschaft die Möglichkeit alte Denkmuster aufzubrechen und einen Perspektivenwechsel vorzunehmen. Dieses Buch ist mit seinem hochwertigen Design und Hardcover auch perfekt als Wichtelgeschenk für Weihnachten geeignet.

Auch empfehlenswert ist das Sachbuch Von Glückszahl bis Geheimzah. Meine Rezension dazu findet ihr hier.

Schreibe einen Kommentar